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EINLADUNG! Tagung, 11.-13. Juni 2026, Worpswede
Augenfällig finden in den letzten Dekaden dies- und jenseits des Atlantiks eine Vielzahl von Retrospektiven sowie Einzel- und Gruppenausstellungen statt, die Künstlerinnen* gewidmet sind. Ausstellungen und wissenschaftliche Publikationen, die sich mit Künstlerinnen*, ihrer Abwertung und Ausgrenzung in der Kunstgeschichte befassen, machen sich nicht zuletzt zur Aufgabe, in Vergessenheit geratene Werke im Kunstfeld (erstmals) zu zeigen, zu kontextualisieren bzw. mitunter zu rekontextualisieren. Auf der Suche nach Künstlerinnen*, ihren Werken, Schriften und Arbeitsmaterialien werden Museumsdepots unter die Lupe genommen und Archive durchforstet: Sammlungspräsentationen ordnen Material um, verstaubte Ankaufspolitiken werden neu ausgerichtet – eine Kanonreflexion (manche nennen es: Revision), die im besten Fall zu einer forschungsorientierten, materialbezogenen wie transdisziplinär ausgerichteten Ausstellungs-, Tagungs- und Publikationstätigkeit führt. Währenddessen steigen auf dem Kunstmarkt die Preise für (wieder-)entdeckte Künstlerinnen*.
Einen zentralen Anknüpfungspunkt bilden Künstlerinnen* der historischen westlichen Avantgarden des 20. Jahrhunderts, deren Arbeiten eine Art Referenzsystem für die inzwischen diskriminierungs- und marginalisierungssensible Wissens- und Diskursproduktion darstellen. Eine weitere Perspektivierung bezieht sich auf die Frage nach der Bedeutung und Verortung des (Auto-)Biografischen als feministische Praxis. Der Raum wird somit geöffnet für neue Fragehorizonte im Hinblick auf die Erforschung der Werke von Künstlerinnen*, ihrer Räume, Freund*innenschaften, Netzwerke und Infrastrukturen – dies- und jenseits des zunächst von westlich orientierten Industrieländern des globalen Nordens geprägten Kanons. Auch die Kunstproduktion spiegelt dieses Interesse wider und treibt es weiter, wenn sie sich gegenwärtig an queer-/feministischen, dekolonialen und neomaterialistischen Diskurserzeugungen orientiert, die (wieder) Reproduktions- und Sorgearbeit in die künstlerische Praxis miteinbeziehen.
Mit Blick zurück nach vorn: Die Tagung nimmt den 150. Geburtstag von Paula Modersohn-Becker 2026 zum Anlass, diesen Themenkomplexen einer westlich geprägten Moderne nachzugehen und eine kritische Bestandsaufnahme sowie Standortbestimmung der zeitgenössischen Künstlerinnen*forschung vorzunehmen. Welche Veränderungspotenziale ergeben sich für die Kunstgeschichtsschreibung, ihre Zuordnungen, Klassifizierungen, ihre Genealogien? Inwiefern lassen sich neue Erkenntnisse auf die Verschränkungen zwischen Leben, Raum und Werk – etwa in der Thematisierung von Sorgearbeit für die Kollektivität – eröffnen? Die Tagung richtet den Fokus besonders auf die Bedeutungsdimensionen von Ortsbezügen, Raumverhältnissen und Produktionsbedingungen (Großstadt/Land, Atelier, Wohnstatt) und befragt diese Infrastrukturen aus kunstwissenschaftlicher, kuratorischer und künstlerischer Forschungsperspektive.
PROGRAMM
DONNERSTAG, 11. Juni 2026
13:30 – 14:00 Uhr
Welcome
14:00 Uhr
Grußworte Beate C. Arnold Wissenschaftliche Leiterin und Vorständin der Barkenhoff-Stiftung Worpswede Nicole Giese-Kroner Vorsitzende Künstlerinnenverband Bremen, GEDOK Einführung Kathrin Heinz, Elena Zanichelli
14:45 – 15:30 Uhr
Bettina Uppenkamp, Hamburg Faszination des Biografischen. Zur Verschränkung von Heroisierung und Viktimisierung am Beispiel Artemisia Gentileschi
15:30 – 16:15 Uhr
Irene Nierhaus, Wien/Bremen Karten zeichnen und löschen: Aspekte zu Produktionsumgebungen von Künstlerinnen Moderation: Kathrin Heinz
16:15 Uhr – 16:45 Uhr Pause
16:45 – 17:30 Uhr
Ingrid Pfeiffer, Frankfurt a.M. Die Veränderung des Kunstkanons – über das Ausstellen von Künstlerinnen der Moderne
17:30 – 18:15 Uhr
Julia Voss, Berlin War Paula Modersohn-Becker eine Expressionistin? Warum die Kunstgeschichte neue Kategorien braucht! Moderation: Elena Zanichelli Im Anschluss: Empfang im Kaffee Worpswede
20:00 Uhr
MEGALOPHONIA Eröffnung der Videoinstallation in der Großen Kunstschau Worpswede anlässlich 100 Jahre GEDOK Begrüßung: Stefan Borchardt Feministische Manifeste und politische Dimensionen von Künstlerinnenvereinigungen Gespräch mit Elianna Renner, Bremen/Tel Aviv; Norah Limberg, Bremen/Worpswede; Stefan Borchardt, Worpswede Moderation: Friederike Bolte und Antonia Stich Im Anschluss: Diskursiver Rundgang durch die Ausstellung Respekt!, Stefan Borchardt
FREITAG, 12. Juni 2026
10:00 – 10:45 Uhr
Yvette Deseyve, Berlin Künstlerinnen ohne Geschichte? Anmerkungen zu Kunstgeschichte und Künstlerinnen des langen 19. Jahrhunderts
10:45 – 11:30 Uhr
Kathrin Heinz, Bremen Alltagskorrespondenzen: Raum(an)sichten und Objektlieben bei Paula Modersohn-Becker und Gabriele Münter Moderation: Imke Schumacher-Reichert
11:30 Uhr – 11:45 Uhr Pause
11:45 – 12:30 Uhr
Philine Griem, Worpswede; Katharina Koch, Berlin Studio Talk I: Leben/Raum/Werk: Infrastrukturen und Beziehungsgeflechte
12:30 – 13:15 Uhr
Feben Amara, Berlin Kooperative Ansätze und Raumstrategien in der Kunstvermittlung
Moderation: Rosanna Umbach
13:15 Uhr – 14:30 Uhr Mittagspause
14:30 – 15:15 Uhr
K. Lee Chichester, Bremen Studio Talks um 1900: Lu Märtens Atelierbesuche im Kontext einer frühen feministischen Kunstkritik
15:15 – 16:00 Uhr
Luise Thieme, Jena How to Write a History of Art and Feminism under Socialism? Über künstlerische Praxis und feministische Bewusstseinsbildung in der DDR Moderation: Amelie Ochs
17:00 Uhr
Mapping Her* Exhibit Diskursive Rundgänge durch die Ausstellungen ANGEWANDT. Frau + Design, Haus im Schluh, Berit Müller und Kristina Lohse Hautnah. Inès Longevial, Worpsweder Kunsthalle, Cornelia Hagenah ich bin/du bist. Menschenbilder, Barkenhoff, Beate C. Arnold und Kathrin Kleibl
Im Anschluss: Empfang im Barkenhoff
SAMSTAG, 13. Juni 2026
10:00 – 10:45 Uhr
Susanne Huber, Bremen No Room of One’s Own: Laura Aguilars cámara mestiza
10:45 – 11:30 Uhr
Marta Smolińska, Poznań/Berlin Überall war ich ein wenig fremd: Zwischenräume von Ewa Kuryluk Moderation: Amelie Ochs
11:30 Uhr – 11:45 Uhr Pause
11:45 – 12:45 Uhr
Sibylle Springer, Bremen/Berlin; Leyla Yenirce, Berlin; Ngozi Ajah Schommers, Bremen Studio Talk II: Zwischen Atelier und Wohnstatt: Raumverhältnisse als Produktionsbedingungen Moderation: Norah Limberg
12:45 – 13:45 Uhr Mittagspause
13:45 – 14:30 Uhr
Petra Lange-Berndt, Hamburg Caring for Dust. Marguerite Humeaus alternative Evolution
14:30 Uhr – 15:15 Uhr
Elke Krasny, Wien Mit den Händen arbeiten: das Atelier als re/produktive Infrastruktur Moderation: Elena Zanichelli 16:00 Uhr Künstler*innenhäuser Worpswede: Führung und Apéro Philine Griem, Worpswede Tagungsort: Bötjer‘sche Scheune Bauernreihe 3a 27726 Worpswede Konzept und Projektleitung Kathrin Heinz, Mariann Steegmann Institut. Kunst & Gender Elena Zanichelli, Kunstgeschichtliches Institut an der Philipps-Universität Marburg
Um Anmeldung wird bis zum 27. Mai 2026 gebeten,
bitte per Mail unter: stich@msi.uni-bremen.de
Der Eintritt ist frei.
Mehr Informationen finden Sie hier
Klangkunst: Deaf Moor - silence is nice … but …
Soft Soil – Ecopoetic Conversations
Plural
Säulen der Demokratie
Programm Sommerfest 2025
Ankündigung Sommerfest in den Künstler:innenhäusern
Die Künstlerin Amber Hummel erhält das Worpswede-Stipendium der BURG
Arkadien reloaded?
Open Call: 3. Worpswede-Stipendium für Absolvent:Innen der BURG Halle
Augenfällig finden in den letzten Dekaden dies- und jenseits des Atlantiks eine Vielzahl von Retrospektiven sowie Einzel- und Gruppenausstellungen statt, die Künstlerinnen* gewidmet sind. Ausstellungen und wissenschaftliche Publikationen, die sich mit Künstlerinnen*, ihrer Abwertung und Ausgrenzung in der Kunstgeschichte befassen, machen sich nicht zuletzt zur Aufgabe, in Vergessenheit geratene Werke im Kunstfeld (erstmals) zu zeigen, zu kontextualisieren bzw. mitunter zu rekontextualisieren. Auf der Suche nach Künstlerinnen*, ihren Werken, Schriften und Arbeitsmaterialien werden Museumsdepots unter die Lupe genommen und Archive durchforstet: Sammlungspräsentationen ordnen Material um, verstaubte Ankaufspolitiken werden neu ausgerichtet – eine Kanonreflexion (manche nennen es: Revision), die im besten Fall zu einer forschungsorientierten, materialbezogenen wie transdisziplinär ausgerichteten Ausstellungs-, Tagungs- und Publikationstätigkeit führt. Währenddessen steigen auf dem Kunstmarkt die Preise für (wieder-)entdeckte Künstlerinnen*.
Einen zentralen Anknüpfungspunkt bilden Künstlerinnen* der historischen westlichen Avantgarden des 20. Jahrhunderts, deren Arbeiten eine Art Referenzsystem für die inzwischen diskriminierungs- und marginalisierungssensible Wissens- und Diskursproduktion darstellen. Eine weitere Perspektivierung bezieht sich auf die Frage nach der Bedeutung und Verortung des (Auto-)Biografischen als feministische Praxis. Der Raum wird somit geöffnet für neue Fragehorizonte im Hinblick auf die Erforschung der Werke von Künstlerinnen*, ihrer Räume, Freund*innenschaften, Netzwerke und Infrastrukturen – dies- und jenseits des zunächst von westlich orientierten Industrieländern des globalen Nordens geprägten Kanons. Auch die Kunstproduktion spiegelt dieses Interesse wider und treibt es weiter, wenn sie sich gegenwärtig an queer-/feministischen, dekolonialen und neomaterialistischen Diskurserzeugungen orientiert, die (wieder) Reproduktions- und Sorgearbeit in die künstlerische Praxis miteinbeziehen.
Mit Blick zurück nach vorn: Die Tagung nimmt den 150. Geburtstag von Paula Modersohn-Becker 2026 zum Anlass, diesen Themenkomplexen einer westlich geprägten Moderne nachzugehen und eine kritische Bestandsaufnahme sowie Standortbestimmung der zeitgenössischen Künstlerinnen*forschung vorzunehmen. Welche Veränderungspotenziale ergeben sich für die Kunstgeschichtsschreibung, ihre Zuordnungen, Klassifizierungen, ihre Genealogien? Inwiefern lassen sich neue Erkenntnisse auf die Verschränkungen zwischen Leben, Raum und Werk – etwa in der Thematisierung von Sorgearbeit für die Kollektivität – eröffnen? Die Tagung richtet den Fokus besonders auf die Bedeutungsdimensionen von Ortsbezügen, Raumverhältnissen und Produktionsbedingungen (Großstadt/Land, Atelier, Wohnstatt) und befragt diese Infrastrukturen aus kunstwissenschaftlicher, kuratorischer und künstlerischer Forschungsperspektive.
PROGRAMM
DONNERSTAG, 11. Juni 2026
13:30 – 14:00 Uhr
Welcome
14:00 Uhr
Grußworte Beate C. Arnold Wissenschaftliche Leiterin und Vorständin der Barkenhoff-Stiftung Worpswede Nicole Giese-Kroner Vorsitzende Künstlerinnenverband Bremen, GEDOK Einführung Kathrin Heinz, Elena Zanichelli
14:45 – 15:30 Uhr
Bettina Uppenkamp, Hamburg Faszination des Biografischen. Zur Verschränkung von Heroisierung und Viktimisierung am Beispiel Artemisia Gentileschi
15:30 – 16:15 Uhr
Irene Nierhaus, Wien/Bremen Karten zeichnen und löschen: Aspekte zu Produktionsumgebungen von Künstlerinnen Moderation: Kathrin Heinz
16:15 Uhr – 16:45 Uhr Pause
16:45 – 17:30 Uhr
Ingrid Pfeiffer, Frankfurt a.M. Die Veränderung des Kunstkanons – über das Ausstellen von Künstlerinnen der Moderne
17:30 – 18:15 Uhr
Julia Voss, Berlin War Paula Modersohn-Becker eine Expressionistin? Warum die Kunstgeschichte neue Kategorien braucht! Moderation: Elena Zanichelli Im Anschluss: Empfang im Kaffee Worpswede
20:00 Uhr
MEGALOPHONIA Eröffnung der Videoinstallation in der Großen Kunstschau Worpswede anlässlich 100 Jahre GEDOK Begrüßung: Stefan Borchardt Feministische Manifeste und politische Dimensionen von Künstlerinnenvereinigungen Gespräch mit Elianna Renner, Bremen/Tel Aviv; Norah Limberg, Bremen/Worpswede; Stefan Borchardt, Worpswede Moderation: Friederike Bolte und Antonia Stich Im Anschluss: Diskursiver Rundgang durch die Ausstellung Respekt!, Stefan Borchardt
FREITAG, 12. Juni 2026
10:00 – 10:45 Uhr
Yvette Deseyve, Berlin Künstlerinnen ohne Geschichte? Anmerkungen zu Kunstgeschichte und Künstlerinnen des langen 19. Jahrhunderts
10:45 – 11:30 Uhr
Kathrin Heinz, Bremen Alltagskorrespondenzen: Raum(an)sichten und Objektlieben bei Paula Modersohn-Becker und Gabriele Münter Moderation: Imke Schumacher-Reichert
11:30 Uhr – 11:45 Uhr Pause
11:45 – 12:30 Uhr
Philine Griem, Worpswede; Katharina Koch, Berlin Studio Talk I: Leben/Raum/Werk: Infrastrukturen und Beziehungsgeflechte
12:30 – 13:15 Uhr
Feben Amara, Berlin Kooperative Ansätze und Raumstrategien in der Kunstvermittlung
Moderation: Rosanna Umbach
13:15 Uhr – 14:30 Uhr Mittagspause
14:30 – 15:15 Uhr
K. Lee Chichester, Bremen Studio Talks um 1900: Lu Märtens Atelierbesuche im Kontext einer frühen feministischen Kunstkritik
15:15 – 16:00 Uhr
Luise Thieme, Jena How to Write a History of Art and Feminism under Socialism? Über künstlerische Praxis und feministische Bewusstseinsbildung in der DDR Moderation: Amelie Ochs
17:00 Uhr
Mapping Her* Exhibit Diskursive Rundgänge durch die Ausstellungen ANGEWANDT. Frau + Design, Haus im Schluh, Berit Müller und Kristina Lohse Hautnah. Inès Longevial, Worpsweder Kunsthalle, Cornelia Hagenah ich bin/du bist. Menschenbilder, Barkenhoff, Beate C. Arnold und Kathrin Kleibl
Im Anschluss: Empfang im Barkenhoff
SAMSTAG, 13. Juni 2026
10:00 – 10:45 Uhr
Susanne Huber, Bremen No Room of One’s Own: Laura Aguilars cámara mestiza
10:45 – 11:30 Uhr
Marta Smolińska, Poznań/Berlin Überall war ich ein wenig fremd: Zwischenräume von Ewa Kuryluk Moderation: Amelie Ochs
11:30 Uhr – 11:45 Uhr Pause
11:45 – 12:45 Uhr
Sibylle Springer, Bremen/Berlin; Leyla Yenirce, Berlin; Ngozi Ajah Schommers, Bremen Studio Talk II: Zwischen Atelier und Wohnstatt: Raumverhältnisse als Produktionsbedingungen Moderation: Norah Limberg
12:45 – 13:45 Uhr Mittagspause
13:45 – 14:30 Uhr
Petra Lange-Berndt, Hamburg Caring for Dust. Marguerite Humeaus alternative Evolution
14:30 Uhr – 15:15 Uhr
Elke Krasny, Wien Mit den Händen arbeiten: das Atelier als re/produktive Infrastruktur Moderation: Elena Zanichelli 16:00 Uhr Künstler*innenhäuser Worpswede: Führung und Apéro Philine Griem, Worpswede Tagungsort: Bötjer‘sche Scheune Bauernreihe 3a 27726 Worpswede Konzept und Projektleitung Kathrin Heinz, Mariann Steegmann Institut. Kunst & Gender Elena Zanichelli, Kunstgeschichtliches Institut an der Philipps-Universität Marburg
Um Anmeldung wird bis zum 27. Mai 2026 gebeten,
bitte per Mail unter: stich@msi.uni-bremen.de
Der Eintritt ist frei.
Mehr Informationen finden Sie hier
Künstlerhäuser
Worpswede e.V.
Büro
Bergstrasse 1
27726 Worpswede
Atelierhäuser
Vor den Pferdeweiden 16-18
27726 Worpswede