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gap (2025) Photo: Janna Schielke
Im Zentrum von Carlotta Oppermanns Praxis steht die Beziehung von Körper, Raum und Material als ein sich gegenseitig formendes Gefüge. Der Körper erscheint dabei nicht als autonome Einheit, sondern als etwas, das sich durch den ihn umgebenden Raum, Architektur, Objekte, Kleidung und soziale Strukturen immer wieder neu formt. Ihre Arbeiten entstehen aus konkreten Situationen, ortsspezifischen Besonderheiten, persönlichen Fundstücken oder vorgefundenen Materialien. Diese Objekte funktionieren als Widerstand und Partner im Arbeitsprozess. Sie interessiert sich dafür, wie Material den Körper formt, begrenzt oder neue Bewegungen hervorbringt und wie sich darüber Bilder von Entfremdung und Transformation entwickeln können. In gap (2025) nutzt Oppermann den Arbeitsanzug ihres Vaters. Eine Uniform, die Spuren von Arbeit, Zeit und individueller Nutzung trägt. In der Arbeit verschwindet der Kopf im Anzug, während Arme und Hände an unerwarteten Stellen hervortreten. Der Anzug wird zur Hülle, zum Zwischenraum, zum Ort der Metamorphose. Die Arbeit verhandelt Fragen von Identität, Körperbild und Generation über körperliche Erfahrung, Zufall und Wiederholung. Auch in fotografischen Arbeiten wie one man girl (2025) oder in Performances wie dialogue with the Closure (2022) arbeitet Carlotta Oppermann mit Fragmentierung, Gewicht, Balance und dem Dialog zwischen Körper und Objekt. Türen, Schränke oder Koffer treten als eigenständige Akteure in Erscheinung, deren Materialität den Körper herausfordert, formt oder Handlungsmöglichkeiten eröffnet und begrenzt. Oppermann arbeitet in ihren Zeichnungen überwiegend mit schwarzer Tusche. Das flüssige Medium ermöglicht einen prozesshaften Umgang mit Form, in dem sich Strukturen spontan entwickeln, verdichten und weiterführen lassen. Die Zeichnungen entstehen intuitiv, sie versteht sie als offene Modelle, Blaupausen oder Denkfiguren, die Beziehung, Interaktion sowie Raum- und Körperbilder reflektieren.
the weight we lay to rest (2026) Photo: Rüdiger Rodloff
untitled (2025) Photo: Andre Germar
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